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Donnerstag, 29. Mai 2014

A Million Ways To Die In The West – Seth MacFarlanes Hommage und Abgesang an den Western

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 Ich habe gelacht! Ja, ich kann es nicht leugnen, ich habe einige Male laut auflachen müssen in diesem Machwerk des US-amerikanischen Schauspielers, Synchronsprechers, Drehbuchautors, Komikers, Filmproduzenten, Regisseurs und Sängers Seth MacFarlane (*1973). Doch ist das Lachen an manchen Stellen – und das bezog sich tatsächlich wie ich im Vorhinein befürchtet hatte, leider nur auf die bereits aus den Trailern bekannten Szenen, über die ich dann trotzdem noch einmal herzlich lachen konnte (sic!) – bereits ein Indiz für einen gelungenen Film? Nein, leider ist es das nicht. 
Dabei hat sich der Macher von Ted (2012) doch solche Mühe gegeben. Und dieser Ted hatte bereits die Gemüter und Geschmäcker gespalten – ich gehörte wohl eher zu der Fraktion, die danach das Geld für die Kinokarte wiederhaben wollten und sich schworen, nie wieder in einen Film dieses MacFarlane zu gehen … Was mich allerdings wieder ins Kino getrieben hatte, war die Liebe zum Western als Filmgenre, obwohl mir eigentlich schon seit langem klar geworden ist – und dieser Kinobesuch hat das wieder einmal bestätigt, dass der Western heutzutage nicht mehr funktioniert, ja, vielleicht sogar einfach nicht mehr funktionieren kann. Das beweist das klägliche Scheitern von Gore Verbinskis „Lone Ranger“ (2013) ebenso, wie die scheinbaren Erfolge „True Grit“ (2010) der Coen-Brüder und Tarantinos „Django Unchained“ (2012), aber seien wir mal ehrlich, so richtige Western waren das auch nicht wirklich, von „Der mit dem Wolf tanzt“ (1990), „Erbarmungslos“ (1992), „Dead Man“ (1995), und „The Missing“ (2003) einmal ganz abgesehen.

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Es fehlen die John Waynes, die Dean Martins, die Gary Coopers, eben jene Typen-Schauspieler, die den echten Westernhelden noch Leben einhauchen können … Leider … Also geht es wohl nur in der Parodie? „Der Schuh des Manitu“ (2001) war zwar ein großer Erfolg, aber wohl doch nur aufgrund der Popularität des Machers Michael „Bully“ Herbig (*1968) auf der einen und der Karl-May-Filme der 1960er Jahre auf der anderen Seite. Also auch wieder kein reiner Western.

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Doch kommen wir zurück auf die Gags. Die sind alle ziemlich unter der Gürtellinie angesiedelt, intelligenten, hintergründigen Humor wird man hier vergeblich suchen. Wozu auch, lacht doch der moderne Mensch scheinbar nur noch über sexuelle Anspielungen und fäkalsprachliche Mutationen. Zwischen diesen „Witzen“ versucht eine Handlung in Gang zu kommen, die im Wesentlichen daraus besteht, dass ein Feigling und Maulheld, der typische „Coward Of The County“ den eigentlichen Mannesmut in sich entdeckt und sich zu einem „echten Kerl“ wandelt, die wahre Liebe seines Lebens erkennt und für diese schließlich heldenhaft kämpft. Das gelingt ihm natürlich nicht auf Anhieb. Es dauert und dauert und dauert … es braucht einige Drogenexzesse und den Beistand von Indianern – interessanterweise sind es Apachen unter dem Häuptling Cochise, bis der Held endlich sich selbst erkennt.

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Überraschend ist die Starbesetzung: Neben Seth MacFarlane selbst agieren Charlize Theron (*1975) als Anna, die Frau des schurkischen Bösewichts und Revolverhelden Clinch Leatherwood (Achtung: Nomen est omen!), hier völlig fehlbesetzt mit Liam Neeson (*1952), der zwar ein ordentliches Spiel liefert, dem man aber den Villain nicht wirklich abnehmen will, er wirkt viel zu nett. Theron dagegen brilliert mit viel Spaß an der Sache und spielt alle anderen ziemlich an die Wand. Allein schon wegen ihr ist der Film dann doch sehenswert. Amanda Seyfried (*1985) verblasst als untreue Louise ein wenig an der Seite von „Mr. Moustache“ Neil Patrick Harris (*1973) als Ekelpaket Foy und Sarah Silverman (*1970) und Giovanni Ribisi (*1974) geben ein wunderbar naives und irgendwo auch tragikomisches Dummerchen-Pärchen.

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Erwähnenswert ist auch der völlig klassische Soundtrack von Joel Neely, der einen ganz eigenen Reiz aufweist, weil er so gar nicht mehr in die heutige Zeit zu passen scheint und zu dem sogar kein geringerer als der amerikanische Country-Superstar Alan Jackson (*1958; => Homepage) den Song „A Million Ways To Die“ beisteuerte.

 
MacFarlane gelingt hier zweierlei: Zum einen eine Hommage, eine Verbeugung vor den Western des 20. Jahrhunderts – bereits im Vorspann, der völlig untypisch wie damals alle Beteiligten in einer entsprechenden Schriftart – vorher – nennt und eine lange, stimmungsheischende Kamerafahrt durch die typische Westernkulisse des Monument-Valleys förmlich zelebriert und die Kinobesucher unruhig auf ihren Sitzen hin- und herrutschen lässt. Hier werden Erinnerungen an die Karl-May-Filme und die Italo-Western der 1960er Jahre wach ... Zum anderen aber komponiert er den Abgesang auf das komplette Genre, er deckt hemmungslos seine Schwächen auf und singt dem Western so das Totenlied. Und das betont er noch durch surrealistisch anmutende Traum- und/oder Visionssequenzen, die ein wenig wie Bilder von Dali wirken, zu dem dann auch wieder auffällig die Schnurrbartmode passt: Aufgepfropfte Kunstimitationen, sinnentleert und unpassend. Weniger wäre hier mehr gewesen.


Was man nun davon halten soll? Ich weiß es nicht, wenn ich ehrlich sein soll. Wieder hat es McFarlane geschafft, zu polarisieren. Soll man diesen Film mögen, soll man ihn hassen? Ein Millionen Arten, wie man im Wilden Westen zu Tode kommen kann, verspricht der Titel. Doch der Film ist nur die eine Millionen und einste Art, wie der Western letztlich sterben kann. Ob man MacFarlane das als Verdienst anrechnen kann und wird, muss die Zukunft zeigen. Und so steht am Ende dieser Besprechnung am Sinnvollsten wohl der Text von Jacksons Lied, denn er ist mit Abstand das Aussagekräftigste des Films.
 
Alan Jackson
A Million Ways to Die

Cowboys and pioneers
Come lend your eyes and ears
I've got the need to testify
Don't try to build your nest
Out in the open West
'Cause there's a million ways to die

Six bullets in the gut
Or just a papercut
Too many ways to quantify
They'll cut your ankle off
To cure a minor cough
'Cause there's a million ways to die

A million ways to die

It's a hundred and one
In the shade or the sun
If you fall asleep you fry

A million ways to die

You can live like a saint
But there just really ain't
No avoidin' a million ways to die

Small pox and bigger pox
And deadly tomahawks
Or God forbid you steal a pie
They'll blast you into shards
For playin' good at cards
'Cause there's a million ways to die

Out on the desert plains
It hardly ever rains
And you can hear coyotes cry
They'll eat you up and then
They'll shit you out again
'Cause there's a million ways to die

A million ways to die

With a whoosh and a whack
There's a knife in your back
'Cause you got a fancy tie

A million ways to die

It's a kick in the pants
But you don't have a chance
Of escapin' a million ways to die

A million ways to die 
 

Freitag, 23. Mai 2014

X-Men: Days Of Future Past – Von der Verantwortung für die Zukunft aus der Vergangenheit



Zugegeben, die Trailer, die Werbekampagne und die Aussicht, zwei meiner absoluten Lieblingsschauspieler, nämlich Patrick Stewart (*1940) und Sir Ian McKellen (*1939) wieder einmal vereint in Aktion zu erleben, hatten mich ziemlich heiß gemacht auf den neuen X-Men-Streifen, so heiß sogar, dass ich mir prompt eine Karte für die Vorpremiere besorgte. Und obwohl ich mir fest vorgenommen hatte, ohne allzu große Erwartungen ins Kino zu gehen, gelang mir das nicht wirklich; immerhin ist es der nunmehr siebte (sic!) Film, der sich innerhalb der X-Men-Reihe („X-Men“ (2000), X-Men 2“ (2003), „X-Men: Der letzte Widerstand“ (2006), „X-Men: Erste Entscheidung“ (2011)) – oder sollte ich sagen, des X-Men-Franchises? – auf der großen Leinwand präsentiert, oder der Fünfte, wenn man die Spin-offs „X-Men Origins: Wolverine“ (2009) und „Wolverine: Weg des Kriegers“ (2013) nicht mitzählen mag, aber in die ewige Diskussion um die Spin-offs möchte ich hier nun nicht einsteigen.

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Doch wie fängt man am besten an, etwas über diesen Film zu sagen, ohne allzu einseitig zu werden? Am besten wohl mit spontanen Eindrücken wie opulent, bildgewaltig, surreal und natürlich metaphorisch bis zum Äußersten. Vordergründig ein Actionfilm, aber bei genaueren Hinsehen eine zutiefst philosophische Dystopie mit Plagal- oder sogar einem Trugschluss. 

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Das beginnt schon beim Titel. Im englischen Original heißt der Film „Days Of Future Past“ (=> Homepage), was man sinngemäß übersetzen müsste mit „Tage der zukünftigen Vergangenheit“, ein wunderbares Oxymoron, das einem William Shakespeare alle Ehre gemacht hätte, das man allerdings in der deutschen Version zu „Zukunft ist Vergangenheit“ verkommen lässt und welches den eigentlichen Sinn des Plots nicht wirklich zu fassen vermag. 

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Worum geht es? Der Film basiert auf zwei sich diametral entgegengesetzten und sich grundlegend widersprechenden Theoremen über das Phänomen Zeit: Was ist Zeit? Wie haben wir uns Zeit vorzustellen? Ist Zeit beeinflussbar oder statisch? Können wir auf unsere Zukunft Einfluss nehmen oder sind wir doch nur Marionetten in einem großen übergeordneten Plan des Schicksals, dem wir einfach nicht entkommen können? 
Genau dazu hatte ich vor kurzem erst eine These zum Thema auf diesem Blog aufgestellt – merkwürdig, wie man manchmal der eigenen Zeit voraus sein kann, oder habe ich einfach nur denselben Gedanken und dieselbe Überlegung angestellt, wie viele andere auch schon? Hm, dann wäre meine Vergangenheit in gewisser Hinsicht ja auch die Zukunft, oder sollte ich besser sagen, ich hätte zukünftige Tage in meiner Vergangenheit erlebt? Sei's drum. –

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Die erste These geht davon aus, dass die Zukunft beeinflussbar, abänderbar, korrigierbar ist, denn sie entsteht als Folge dessen, was jemand tut, oder wofür er sich entscheidet. Ändert man diese Tat oder Entscheidung, ändert sich auch die Zukunft. Die Science-Fiction-Literatur hat das schon früh zum Thema vieler Romane, Erzählungen und Filmhandlungen gemacht und es ein Zeitparadoxon oder Großvaterparadoxon genannt (vgl. hierzu auch meine Rezension zu Star Trek: Into Darkness auf diesem Blog). Die zweite These behauptet schlicht und ergreifend, die Zeit sei vergleichbar mit einem Fluss, der immer in dieselbe Richtung fließt, woran man nichts ändern kann. Man könne zwar etwas in den Fluss hineinwerfen, ihn sogar stauen, aber alles, was man erzeuge, seien nur Wellen, aber an der grundsätzlichen Richtung und Bestimmung des Flusses könne man nichts ändern. 
Die Handlung beginnt in einer dystopischen Zukunft der Menschheit, wo die Mutanten systematisch durch Sentinels, riesige Roboter, die durch ein bestimmtes, auf der Gentechnik basierendes Waffensystem die jeweiligen Fähigkeiten eines Mutanten völlig assimilieren können, wodurch sie immun dagegen werden und den Mutanten vernichten können. Ein sichtlich gealterter Professor Charles Xavier mit einem ebenso sichtlich gealterten Eric Lehnsherr alias Magneto an seiner Seite (Stewart und McKellen in ihren Glanz- und Paraderollen) stehen mit nur noch wenigen verbliebenen Mutanten kurz vor der totalen Vernichtung. Sie schicken daher Logan alias Wolverine (Hugh Jackman (*1968)) in die Vergangenheit, um an der Stellschraube der Zukunft zu drehen, und das Übel abzuwenden. Diese Stellschraube ist Raven Darkholme alias Mystique (Jennifer Lawrence (*1990)). Sie hat den Wissenschaftler Bolivar Trask (Peter Dinklage (*1969)), der die Sentinels erschaffen hat, umgebracht, was diese Negativzukunft ausgelöst hat.

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Das Phänomen der Zeitreise wird hier nicht in Form einer technischen Apparatur gelöst, einer Zeitmaschine gewissermaßen, nein, es wird durch eine Mutantenfähigkeit herbeigeführt. Kitty Pryde alias Shadowcat (Ellen Page (*1987)) kann einen Geist vom Körper lösen und durch den Zeitstrom schicken. Der Geist des Betroffenen erwacht dann im Körper seines jüngeren Selbst – wohin der Geist des jüngeren Selbst während dieser Prozedur ausweichen muss oder verdrängt wird, bleibt dabei unklar. Diese Form der Mutation kennen deutsche Science-Fiction-Kenner bereits aus der Perry-Rhodan-Serie (=> Homepage), in der Anfang der 1960er Jahre der deutsche Teletemporarier Ernst Ellert auftaucht, der seinen Geist von seinem Körper trennen und damit in Vergangenheit oder Zukunft reisen kann.


Bei den X-Men wird die ganze Sache allerdings dadurch erschwert, dass der menschliche Geist nur über einen relativ begrenzten Zeitraum versetzt werden kann, ansonsten wird er zerstört. Logans Mutation der spontanen Selbstheilung bietet die Lösung dieses Problems, wobei die Begründung der Erweiterung seiner Mutation, die sich bisher nur auf seinen Körper bezog, nicht klar wird beziehungsweise völlig fehlt.


Logan schafft die Zeitreise und muss mit den bereits aus „X-Men: Erste Entscheidung“ bekannten jüngeren Ichs von Xavier (James McAvoy (*1979)) und Lehnsherr (Michael Fassbender (*1977)), Hank McCoy alias Beast (Nicholas Hoult (*1989)) und dem an „The Flash“ („Roter Blitz“) erinnernden Mutanten Pietro Maximoff alias Quicksilver (Evan Peters (*1987)) ein entsprechendes Zeitparadoxon herbeiführen, was, wie zu erwarten, in einem von menschlichen Befindlichkeiten ebenso wie von äußeren Einflüssen und Feinden bestimmten äußert actionreichen Feldzug endet, in dem die Helden alles geben, was ihnen zur Verfügung steht und was in ihren Möglichkeiten steht. Natürlich gelingt der auf zwei Zeitebenen geführte Kampf, alle Opfer, die erbracht worden sind, alle Tode, die gestorben wurden, haben nie stattgefunden, sind also nie passiert, und der Einzige, der die Erinnerung an alle Vorgänge behält, ist Logan. Alles auf Anfang, alles auf das Stadium des ersten X-Men Films zurück, die Zukunft war nur eine Illusion, eine Erinnerung, die verblasst, eine Blitzlicht auf Tage, einer zukünftigen Vergangenheit, die aber ganz anders gestaltet werden können, wenn man sich der Folgen des eigenen Handelns und Tuns bewusst ist. Die zentrale Aussage ist hier überdeutlich: Der Mensch ist verantwortlich für seine Zukunft und seine Nachfahren!

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Natürlich war der Film, bei dem Bryan Singer (*1965) nach einem Drehbuch von Simon Kinberg (*1973) zum dritten Mal für das X-Man-Franchise Regie führte, technisch brilliant gemacht, die Bilder waren durchweg stimmungsvoll, der Drahtseilakt zwischen Dystopie und Utopie wurde genial gemeistert und trotzdem kam ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus dem Kino. Ich bin mir selten so unsicher gewesen, ob ich das Gesehene mögen oder ablehnen soll, ob ich himmelhoch jauchzend den Film besprechen oder zu Tode betrübt nur darüber schweigen muss. Woran das liegt, lässt sich nur schwer beschreiben. Zum einen ist das längst keine normale Comic-Verfilmung mehr, die einfach nur bunt und schillernd daherkommt, um ein Superheldenmärchen zu erzählen. Zum anderen ist der Plot philosophisch so überladen, dass es ungeheuer anstrengt, ja fast schon schmerzt, wenn man auch nur einen der möglichen Fäden der interpretatorischen Möglichkeiten aufnimmt, von dem moralisierenden Zeigefinger, der ständig auf die Verantwortung des Menschen für die Welt und die Mitmenschen zeigt, einmal ganz abgesehen.

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Dieser siebte X-Men-Film wird polarisieren, ganz extrem wird er die Geister scheiden. Singer hat bewiesen, dass Intelligenz, Intellektualität und Action keine unvereinbaren Gegensätze sein müssen, aber die Frage sei erlaubt, ob das Publikum das so nachvollziehen können wird. Und wer weiß, vielleicht sind wir ja in unserer Realität, die wir für wirklich halten, ebenso Opfer einer entsprechenden Zeitdialation und wissen es nur nicht ... – die Zukunft wird es weisen – oder auch nicht.

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Samstag, 17. Mai 2014

Godzilla – ゴジラ – und die Arroganz der Menschen – Gareth Edwards zweite große Regiearbeit

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Bigger, Better, Faster, More!“ möchte man gemeinsam mit einer einstigen US-amerikanischen Alternative-Rockband der 1990er Jahre aus San Francisco ausrufen, nachdem man sich im Kino den neuen Godzilla-Film angesehen hat. Größer, besser, schneller, mehr! Doch was mich immer am meisten interessiert, wenn ich einen Film sehe, sind nicht die Effekte und die Hascherei danach, also nicht das Größer, Besser, Schneller, sondern viel eher das Mehr! Und danach sucht man hier vergebens. Leider.

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Warum ist das so? Zum einen liegt das wohl im Stoff begründet. „Godzilla“ ist der mittlerweile dreißigste Film (sic!) in fünfzig Jahren. Man möchte also meinen, dass das Thema doch ziemlich ausgereizt ist. Dabei handelt es sich um ein fünfzig bis einhundert Meter großes japanisches Filmmonster (怪獣 (Kaijū)), einer ursprünglichen Planung zufolge eine Mischung aus Gorilla und Wal, was zumindest eine - nie offiziell bestätigte - Erklärung für den japanischen Namen ゴジラ (Gojira) wäre (ゴリラ (Gorira) = Gorilla und 鯨 (クジラ (Kujira) = Wal), das sich seit seiner Erfindung im Jahr 1954 immer mal wieder mit anderen Filmmonstren herumschlagen muss, dabei allerdings niemals im strengen Sinn des Wortes böse ist, sondern, ganz im Gegenteil, als Retter der Menschheit auftritt. Zum anderen liegt es aber auch wohl am Drehbuch, bzw. am Plot, der es dem Zuschauer nicht erlaubt, zu den wenigen Charakteren des Films eine fühlbare Beziehung aufzubauen. Auch lässt die Geschichte es nicht zu, dass die Schauspieler ihre Rollen mit Leben füllen. Sie tun, was sie können, aber sie können nicht viel tun - Charakterentfaltung lässt dieser Stoff kaum zu.

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Worum geht es? In einer Rückblende ganz zu Beginn des Films erfährt der Zuschauer die Geschichte des amerikanischen Seismologen Joe Brody (Bryan Cranston (*1956)), der mit seiner Frau Sandra (Juliette Binoche (*1964)) und seinem Sohn Ford (Aaron Taylor-Johnson (*1990)) in Japan lebt und dort für die Erdbebensicherheit eines Atomkraftwerks zuständig ist. Bei Minenarbeiten auf den Philippinen wurde ein einer riesigen Motte ähnelndes prähistorischen Monster namens „Muto“ erweckt, das daraufhin in Japan eben dieses Atomkraftwerk zerstört, wobei Sandra ums Leben kommt, wofür sich der Wissenschaftler selbst die Schuld gibt. Warum das Monster gerade das Atomkraftwerk angreift, bleibt zunächst offen. Offiziell wird als Ursache des Unglücks jedoch ein Erdbeben angegeben. Damit hätten wir bereits ein Hauptmotiv der Godzilla-Reihe, nämlich die Atomkraft und die Gefahren, die von ihr und ihren Förderstätten ausgeht.

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Die Haupthandlung setzt dann einige Jahre später an. Joes Sohn Ford, Berufssoldat und Experte für Waffenentschärfung, der mit seiner Frau Elle (Elizabeth Olsen (*1989)) und seinem Sohn in San Francisco lebt, kommt nach Japan, um nach seinem Vater zu sehen, der unerlaubt im Sperrgebiet um das Atomkraftwerk aufgegriffen wurde. Ford, der die Ereignisse von damals verdrängt hat und nicht wahrhaben will, lässt sich von seinem Vater überzeugen, noch einmal ins Sperrgebiet einzudringen, um wichtige Datendisketten sicherzustellen. Dabei werden sie wiederum festgenommen und lernen Dr. Ichiro Serizawa (Ken Watanabe (*1959)) kennen. Das Muto ist immer noch in dem Atomkraftwerk gefangen, wo es sich von radioaktivem Material ernährt. Serizawa soll das Muto untersuchen und studieren. Hier wird immer wieder betont, dass „untersuchen“ und „begreifen“ wichtiger als „vernichten“ ist. Das Muto kann sich jedoch befreien und entfliehen, wobei Joe Brody ums Leben kommt. Serizawa bildet den philosophisch-moralischen Pol des Films. Er ist es, der immer wieder Überlegungen über den Sinn des Geschehens anstellt, und dessen Bedeutung auf einer höheren Ebene hinterfragt.

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Das Muto wendet sich gen Amerika, weil es von dort den Ruf eines weiteren, allerdings weiblichen, Mutos vernommen hat, das sich dort in einem Atommüllendlager entwickeln konnte. Dieses zweite Muto ist wesentlich größer und stärker als das erste und will sich paaren. In der Zwischenzeit ist Godzilla aus dem Meer aufgetaucht und verfolgt das Muto. Serizawa erkennt in Godzilla ein urzeitliches Alphatier, dass einzig und allein die Aufgabe hat, das natürliche Gleichgewicht zu erhalten und wiederherzustellen. Das Militär reagiert allerdings skeptisch auf diese Erklärung und versucht mit einem ausgeklügelten Plan, die Monster aufs Meer zu locken, wo sie dann mit Atomsprengköpfen vernichtet werden sollen.


Damit ist das Szenario bestimmt. Der Rest des Films zeigt nun den Kampf der Menschen gegen die Monster und den Kampf Gozillas gegen die Mutos. An CGI-Action mangelt es nicht, hier kommen Freunde des Genres voll auf ihre Kosten, aber an Tiefe fehlt es dem Film. Ford, der augenscheinlich die Hauptfigur der Geschichte ist, muss immer wieder, ohne es eigentlich zu wollen, in militärische Aktionen eingreifen, ist ständig auf der Suche und in Sorge um seine Familie, von der er getrennt wurde und hat zwischenzeitlich noch Zeit, sich um ein Kind zu kümmern, das von seinen Eltern getrennt wurde und es diesen wieder zuzuführen. Für all das erntet er kaum Dank. Natürlich überlebt er und natürlich gibt es auch ein Wiedersehen mit seiner Familie.


Die Botschaft des Films ist oberflächlich und plakativ - wie auch nicht anders zu erwarten: Atomenergie birgt Gefahren, die der Mensch nicht beherrschen kann und nicht immer ist eine Atombombe die Lösung für alle Probleme der Menschheit. Das Ganze gipfelt schließlich in der moralinsauren Erkenntnis und Erklärung Serizawas: „Die Arroganz der Menschen ist, zu glauben, wir hätten die Natur unter Kontrolle und nicht anders herum. Lasst sie kämpfen!“, was sie auch tun. Godzilla, der „König der Monster“, „rettet die Stadt“, wie es am Ende des Films heißt, natürlich, es kann ja auch nicht anders sein, legt man eine positive Grundhaltung des Films zugrunde.


Was bleibt dem Zuschauer danach? Das kommt wohl ganz darauf an, mit welcher Erwartungshaltung dieser in den Film gegangen ist. Hat er nur den Wunsch, einen Monsterfilm mit wenig Hirn und viel sinnloser Action zu sehen, wird er vollauf befriedigt das Kino wieder verlassen. Immerhin hat er drei Monster gesehen, von denen zwei bis auf Größe und Geschlecht absolut gleich sind, und eine militärische Menschen- und Materialschlacht, die ein Loblied auf das Kriegshandwerk als Verteidigungswissenschaft des 21. Jahrhunderts singt. Also eine vollkommen ausreichende Belastung für ein Gehirn, das nicht großartig in Tätigkeit kommen möchte. Hat er jedoch den Anspruch gehabt, in den Monstern eine große Allegorie auf philosophisch-moralische Belange der Menschheit zu erkennen, wird er wohl eher enttäuscht sein und große Schauspielkunst gab es mangels Möglichkeiten, sie zu zeigen, auch nicht zu genießen.
Das Fazit ist ernüchternd. Wieder einmal hat man eine alte Geschichte genommen, die in der Zeit des Kalten Krieges noch eine gewisse Brisanz aufzuweisen hatte, nun aber ihr sämtliches Pulver im wahrsten Sinne des Wortes verschossen zu haben scheint. Wiedermal hat man keine neue Idee gehabt, eine Tatsache, an der Hollywood und viele andere große Filmschmieden schon seit langem kranken. Und auch als Nachfolger der letzten großen Godzilla-Verfilmung durch Roland Emmerichs (*1955) aus dem Jahr 1998 kann dieser Film kaum glänzen, erreicht er ja noch nicht einmal die Selbstironie des Vorgängers. Bleibt zum Schluss also nur, erneut eine ausgelutschte alte Formulierung zu bemühen: Außer Spesen nichts gewesen!

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Samstag, 10. Mai 2014

Transcendence – Eine neue Gotteserfahrung? - Wally Pfisters theologisches Regiedebüt

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„Sie wollen also einen Gott erschaffen?“ - 
„Tun wir das nicht alle?“ 
(Transcendence, 2014) 

Transzendenz ist etwas zutiefst Göttliches. Glaubt man den Lexika, so stammt das Wort aus dem Lateinischen: „transcendentia“ bedeutet dort „das Übersteigen“. „Als transzendent gilt, was außerhalb oder jenseits eines Bereiches möglicher Erfahrung, insbesondere des Bereiches der normalen Sinneswahrnehmung, liegt und nicht von ihm abhängig ist“, so definiert ein entsprechender Wikipedia-Artikel das Phänomen.
 
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Die Theologie erklärt den Begriff unter Zuhilfenahme der Bibel als das, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat (vgl. 1 Kor 2,9: „Nein, wir verkündigen, wie es in der Schrift heißt, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist: das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.“). Der Kirchenvater Augustinus (354–430) erklärt in diesem Zusammenhang Gott als etwas, was jede veränderliche Kreatur „übersteigt“ (transcendat). Demnach ist Gott nicht nur transzendent, er transzendiert auch, ja, er ist schlicht und ergreifend die Transzendenz. 
 
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Wally Pfisters (*1961) Regiedebüt nach einem Drehbuch von Jack Paglen ist in vielerlei Hinsicht eine gekonnte und äußerst nachdenklich stimmende Auseinandersetzung mit der philosophisch-theologischen Interpretation des Transzendenz-Begriffs des 20. und 21. Jahrhunderts. In vielen Kritiken und Besprechungen meines Erachtens nach zu Unrecht schlecht gemacht, hat dieser Film, trotz einiger logischer Schwächen des Drehbuchs (würde wirklich eine solche Gefahr bestehen, wie in dem Film dargestellt, würde die Regierung mit Sicherheit keine relativ kleine Eingreiftruppe schicken!), doch einen immensen Wert, wofür ich hier einmal eine Lanze brechen möchte. 
 
Kate Mara als Bree (Quelle)

Der Film beschreibt die Bemühungen des Wissenschaftlerehepaars Will und Evelyn Caster, dargestellt von Johnny Depp (*1963) und Rebecca Hall (*1982), um die sinnvolle Weiterentwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI). Anders als allen Wissenschaftlern zuvor gelingt es ihnen, nicht nur das kollektive menschliche Wissen in Computer zu übertragen, sondern diese auch mit Emotionen auszustatten, als fühlende Computer zu erschaffen (vgl. Ernst Tugendhats Vorstellung einer anthropologischen immanenten Transzendenz, eines Konzepts eines Strebens der Menschen, das über sie hinausweist, und Niklas Luhmanns Vorstellung, dass Transzendenz als Richtungsangabe auf etwas jenseits einer Grenze verweist). Auf der einen Seite ernten sie für diese Arbeit viel Lob, auf der anderen Seite versucht eine Gruppe von Technoklasten diese fortschrittliche Entwicklung mit allen Mitteln zu stoppen. In einer weiteren Top-Besetzung ist hier Kate Mara (*1983) als Widerstandskämpferin Bree zu sehen.
 
Das Caster-Bewusstsein (Quelle)

 
Zu Beginn stellt ein Teilnehmer einer Veranstaltung, auf der Dr. Will Caster seine Forschung präsentiert, die eingangs bereits erwähnte Frage, ob Caster also einen Gott (oder Gott) erschaffen will, worauf er mit der salomonischen Gegenfrage kontert, ob wir das nicht irgendwie alle tun. Allein schon diese Sequenz lässt die tiefe Wertigkeit dieses Films erahnen. Und die Frage zieht sich wie ein rotes Band durch den ganzen Film.
 
Quelle
 
Den Technoklasten gelingt es, Caster zu verletzen und ihn mit einem radioaktiven Virus zu infizieren, an dem er unweigerlich sterben muss. Bevor dies geschieht, kann seine Frau mit Hilfe ihres Kollegen und Freundes Max Waters (Paul Bettany) sein Bewusstsein – seine Seele? – retten und in einen Computer übertragen. Das übertragene Bewusstsein, von dem der Film den Zuschauer bis zum Ende im Unklaren lässt, ob es tatsächlich das Bewusstsein von Will Caster ist, vernetzt sich mit dem Internet und gewinnt so an unglaublicher Macht und Stärke (vgl. Karl Jaspers Begriff der Transzendenz als das eigentliche Sein und Jean-Paul Sartres Auffassung vom Überschreiten des Egos, in dem der Mensch nicht in sich selbst eingeschlossen, sondern dauernd gegenwärtig in einem menschlichen All ist). 

Rebecca Hall als Evelyn Caster (Quelle)
 
Es baut mit Hilfe von Evelyn irgendwo in der Wüste, in einem unbedeutenden kleinen Kaff eine riesige Industrieanlage auf, in der es die KI konsequent weiterentwickelt und unter Zuhilfenahme der Nanotechnologie anfängt, wie ein Gott zu handeln (vgl. Karl Jaspers Begriff der Transzendenz als Synonym für Gott). Es verbessert die Welt, es heilt die Menschen von schlimmen Krankheiten, macht Blinde sehend, lässt Krüppel wieder gehen, repliziert Gliedmaße usw. Es sind die Wunder Jesu Christi, die hier in einer ultramodernen Version neu erzählt werden.
 
Quelle
 
Argwöhnisch wird das Treiben von den Technoklasten beobachtet, die sich schließlich mit der Regierung zusammentun, um Will Casters Bewusstsein und seine Industrieanlage zu vernichten. Alle ihre Versuche scheitern an der übermäßigen Intelligenz der „KI Caster“, die allerdings niemals aggressiv oder gewalttätig reagiert, sondern immer um Verständnis für ihr Tun wirbt. Das Paradoxe, das Unerwartete der Dramaturgie dieses Films ist, dass das scheinbar Böse gar nicht böse ist, sondern sich pausenlos in einer Position der Defensive befindet und sich gegen die Guten, die es zwar gut meinen, dennoch aber auf dem Holzweg zu sein scheinen, verteidigen muss. Besiegt werden kann die KI nicht wirklich. Nur ein eingeschleuster Virus, der direkt ins System hochgeladen wird, kann sie zerstören. 
 
 Auch Morgan Freeman ist mit dabei, als Joseph Tagger (Quelle)
 
Evelyn hat sich dem Bewusstsein ihres Mannes entfremdet und als er ihr anbietet, sie zu sich zu holen und ins System hochzuladen, flieht sie. Sie trifft auf die Technoklasten und die Regierungsbeamten und erklärt sich bereit, den Virus, der das Bewusstsein ihres Mannes löscht, in ihr Blut aufzunehmen und sich hochladen zu lassen, um so dem Treiben der KI ein Ende zu setzen. Das Caster-Bewusstsein durchschaut jedoch den Verrat. Er hat sich inzwischen durch Gewebe- und Organreplikation auf Nanotechnologiebasis seinen Körper neu erschaffen. Als seine Frau bei dem abschließenden Gefecht tödlich verwundet wird, beschließt er freiwillig, den in ihrem Blut befindlichen Virus hochzuladen. Er stirbt gemeinsam mit Evelyn Arm in Arm. Eine, in diesem Zusammenhang unfreiwillig komische Reminiszenz an Shakespeare's „Romeo und Julia“
 
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Was würden wir tun, käme Jesus in unseren Tagen noch einmal auf unsere Welt? Würden wir ihm glauben, dass er der ist, der er ist? Würden wir ihn annehmen, wenn er uns nur Gutes tun würde? Diese Fragen beantwortet der Film „Transcendence“ mit einem klaren Nein. Das Caster-Bewusstsein opfert sich selbst am Ende, wie Jesus Christus sich am Kreuz geopfert hat. Wie Jesus hätte Caster die Macht gehabt, es zu verhindern, aber er tut es nicht. Er entscheidet sich bewusst für den Tod.




Menschen haben Angst davor, wenn ihnen jemand, etwas, eine Instanz gleich welcher Art, ohne Gegenleistung etwas Gutes tut. Das finden sie verdächtig, das können sie nicht ertragen. Sie unterstellen jedem Mitwesen in diesem Universum eine Form von Profitgier. Uneigennützigkeit und Selbstlosigkeit ist ein altruistischer Luxus, den sich heute niemand mehr erlaubt. Und genau das führt uns Pfisters Regiedebüt drastisch vor Augen. Ebenso drastisch, wie die Bibel es auch tut. Ein hoch theologischer, philosophischer und zutiefst religiöser Film. Mein Dank an den vielversprechenden Regisseur, dass er dazu den Mut hatte. Ich hoffe auf weitere, so bewegende Filme wie „Transcendence“

Mittwoch, 7. Mai 2014

Battle im Himmel - Das faust'sche Vorspiel im Himmel einmal anders!

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Manchmal erlebt man selbst in meinem Beruf echt noch wunderbare Dinge, die solchen Spaß machen, dass man sie unbedingt seiner Mitwelt mitteilen muss. So auch hier. Im Rahmen einer Religionsstunde in der 12. Klasse unserer FOS Metall/Metalltechnik (Fachoberschule) in Höhr-Grenzhausen ging es darum, wie biblische Geschichten und Erzählungen sehr häufig als Vorlage für literarische Produkte oder Filme dienen.

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In diesem Kontext besprachen wir auch die Einleitung zum Buch Hiob und die wohl berühmteste Umsetzung dieses Stoffes in Johann Wolfgang von Goethes (1749-1832) Faust I, genauer im "Prolog im Himmel". Als Aufgabe sollten nun die Kursteilnehmer selbst auf möglichst originelle Art und Weise den biblischen Stoff umsetzen. Eine Lösung dieser Aufgabe war so überwältigend und toll, dass ich sie hier einfach veröffentlichen muss, wenn auch die beiden SchülerInnen, die die geistigen Urheber dieser Version sind, nicht namentlich genannt werden möchten, was ich natürlich respektiere. In ihrer Version wurde aus Mephistopheles, dem Teufel, MC Fisto und aus Gott, dem Herrn, Big G
Ich hoffe, der Himmel versteht genauso viel Spaß, wir ich hoffe. Hier also nun der "Battle im Himmel", viel Spaß beim Lesen und - Rappen!

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Battle im Himmel

MC Fisto : 
Da komm' ich in dein Ghetto rein,
und merk' mal wieder, du willst der Coolste sein,
geh' ich unter deinen Groupies ran,
bitte verzeih mir, dass ich nicht rappen kann.
Deine Fans würden sicher besser leben,
hättest du ihnen nicht dein neues Album gegeben.
Während im Ghetto aus dem Blaster deine Musik erklingt,
jeden Tag auf's Neue ein Penner Verbrechen beginnt.

Big G :
Du scheinst ja nichts über mich zu wissen
und kommst nur immer, um mich zu dissen.
Ist dir im Ghetto ewig nichts recht?

MC Fisto:
Nein G, ich find's, natürlich, wie immer schlecht.
Die Junkies, die ihren Turkey haben,
und schon gar nicht über den Stoff plagen ...

Big G: 
Kennst du den Fister?

MC Fisto:
Den Rapper?

Big G: 
Meinen Bimbo.

MC Fisto: 
Das Stimmt! Er dient dir,
Jedoch anders, als die Rapper unter Vertrag so sind.
Er ist sich seines Talentes halb bewusst.
Von dir will er die schönsten Steine
Und vom Ghetto die größte Lust.

Big G:
Auch wenn er viele Features macht,
das Rappen hat er sich freiwillig beigebracht.
Mein Label wird er nie verlassen,
jedoch hab' ich ihn noch nicht unterschreiben lassen.

MC Fisto: 
Was wettest du?
Du wirst ihn noch verlieren
Und wenn du mir die Erlaubnis gibst,
lehre ich ihn die Manieren!

Big G: 
Solang', wie er lebend im Ghetto bleibt,
sei ihm jede Tat verzeiht.

MC Fisto: 
Was soll ich denn mit einem toten Rapper?
Der Lebendige tut's doch besser!

Big G: 
Also gut, du sollst dein Feature kriegen,
Doch er lässt sich von dir nicht umbiegen.
Und wird er mich mal bekriegen,
Sollst du mein Ghetto kriegen.

MC Fisto: 
Schon gut, ich brauche nicht viel Zeit.
Und schon bald kennt im Ghetto jeder
meinen Namen weit und breit.

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