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Donnerstag, 3. Januar 2013

2013 - Das Jahr der Erneuerung - Vorsätze & Bilanzierung

Endlich ist es da, das Jahr 2013! Die Welt ist nicht untergegangen - wie ja auch zu erwarten war - die Feiertage sind wie üblich verlaufen, also es ist nichts Großartiges oder Besonderes passiert, Silvester verbrachte ich mit zwei wirklich guten Freunden und meiner traditionellen Feuerzangenbowle, und nun ist der 3. Januar gerade angebrochen. Ich bin relativ früh wach, habe mir für heute einiges vorgenommen.

Ich wurde gestern gefragt, welche Vorsätze ich mir für das neue Jahr genommen hätte. Ich überlegte und kam erstaunlicherweise doch auf zehn Punkte:
  1. Ich bin umgezogen! 
  2. Ich habe Maßnahmen ergriffen, damit ich endlich meine Finanzen in den Griff kriege.
  3. Ich habe mich von Leuten getrennt, die nicht gut für mich waren/sind.
  4. Ich bringe Ordnung in meine Wohnung und mein Leben.
  5. Ich schreibe endlich die Hausarbeiten, damit ich mein Qualistudium abschließen kann.
  6. Ich suche nicht mehr nach einer Frau! 
  7. Ich gründe meine eigene Bühnen-, Film- und Hörproduktionsfirma.
  8. Ich werde meinen ersten Erzählband und meinen ersten Roman in diesem Jahr bringen.
  9. Ich versuche, mir über meine Gefühle klar zu werden und mich nicht mehr in Dinge zu verrennen, die von vornherein zum Scheitern verurteilt sind
  10. Ich lasse Menschen, die ich liebe, gehen und in Frieden, wenn ich merke, sie fühlen sich bei mir unwohl oder ich fühle mich mit ihnen unwohl.
Und ich denke, ich kann sagen, dass ich bereits mit der Umsetzung dieser Vorsätze begonnen habe. Denn wenn man die Vierzig überschritten hat, also sozusagen die Hälfte des natürlichen Lebens, dann zieht man Bilanz und stellt sich neu auf. Sicherlich habe ich bisher nicht das für meine Heimat übliche Leben gelebt. Ich habe weder Familie noch Kinder (jedenfalls keine, von denen ich wüsste oder für die ich bezahle!), ich sitze nicht in einem trüben Bürojob, gehe nicht ein- bis zweimal die Woche abends in die Kneipe saufen und spiele am Wochenende eben nicht Fußball gegen irgendwelche Dorfvereine. 

Nein, stattdessen habe ich mittlerweile fünf Bücher mit Theaterstücken veröffentlicht, bin in zwei Lyrikanthologien vertreten, habe einen eigenen Artikel im Literaturlexikon Rheinland-Pfalz, eine eigene Homepage und habe in den letzten zehn Jahren einige ganz passable Inszenierungen gemacht.

Und heute?
  1. Ich bin in meinem Leben schon einige Male umgezogen. Das erste Mal 1998 von Dernbach nach Koblenz, dann 1999 von Koblenz nach Traben-Trarbach, 2000 von Traben-Trarbach wieder nach Dernbach und ein halbes Jahr später von Dernbach nach Limburg, 2003 von Limburg nach Mündersbach, 2007 von Mündersbach nach Deesen und jetzt aktuell im November 2012 von Deesen nach Höhr-Grenzhausen. Ich war und bin überall auf der Durchreise. Mal sehen, wie lange ich hier in Höhr bleiben werde. Doch mit dem letzten Umzug habe ich eindeutig eine Steigerung meiner bisherigen Lebensqualität erfahren. Und das ist gut so.
  2. Mit Geld umzugehen, war noch nie wirklich meine Stärke! Es floss mir immer förmlich durch die Hände, sickerte hindurch, ohne, dass ich es aufhalten konnte. Ich denke, auch da habe ich eine gute Absprache mit meinem mich betreuenden Geldinstitut getroffen, was diese Situation doch entscheidend verbessern wird.
  3. Ab und an muss man mal in seinem sogenannten Freundeskreis aufräumen! Man muss seine sozialen Beziehungen und Bindungen einer ernsthaften Prüfung unterziehen und sich fragen, sind die Leute, mit denen man zu tun hat, wirklich Freunde oder sind es lediglich Geschäftspartner, mit denen man in einer Zweckgemeinschaft in Beziehung steht. Wer tut dir gut und wer ist schlecht für dich? Wem kannst du wirklich rückhaltlos vertrauen, auf wen kannst du bauen, wer ist demnach also wirklich ein Freund zu nennen? Von Leuten, die dir schaden und die dich runterziehen oder in deinem Fortkommen behindern, sollte man sich sauber trennen! Dann wird vieles mit einem Schlag besser! Oftmals ist man erstaunt, welche neuen Wege sich da auftun.
  4. Die Wohnung ist oft der äußere Ausdruck des eigenen Seelenzustandes. Wenn die Wohnung also sauber und gepflegt erscheint, dann ist auch innerlich mit einem alles in Ordnung. Wenn nicht ... Muss ich noch mehr sagen? Also beginne ich in meinen eigenen vier Wänden! Das überträgt sich dann hoffentlich auf mein restliches Leben!
  5. Jetzt bin ich schon seit 2008 wieder an der Uni, um meinen Doktor zu machen, wie es so schön heißt. Dafür muss ich ein Qualifikationsstudium absolvieren, da man mit dem Realschullehrerexamen nicht direkt promovieren kann. Dazu sind vier Scheine nötig, zwei in jedem Fach, in meinem Fall also Germanistik und katholische Theologie, und eine Prüfung in jedem Fach. Die Theologie habe ich abgeschlossen, es fehlen noch die zwei Scheine in der Germanistik, um mich zur Prüfung anmelden zu können. Ich habe mich immer so ein wenig hinter meiner beruflichen Situation versteckt und behauptet, mit einer vollen Stelle wäre das sehr schwierig und arbeitsaufwändig, nun ja, ich habe mir halt immer eine Entschuldigung gesucht, warum ich so lange dafür brauche. Ich habe mir nun eine Deadline gesetzt, ich gehe jetzt diese beiden Arbeiten an und werde sie schreiben. Ich will, nein, ich muss endlich einmal damit zu Rande kommen.
  6. Die krampfhafte Suche nach einer Lebenspartnerin stellt einen weiteren Punkt im Leben dar, der nicht nur frustriert, sondern auch behindert. Also stelle ich das ab! Die meisten Frauen, die ich kennen lerne, sind entweder zu jung oder zu alt oder sie sind verheiratet und haben zwei bis drei Kinder an der Backe. Sicher, das mag hart klingen, aber ich wollte nie die Kinder anderer Leute großziehen! Aber was mache ich denn tagtäglich in der Schule? Allerdings ist das eine der Job, der Beruf, die "Berufung", das andere das Privatleben, und irgendwo muss es einen Unterschied geben. Auch spielt die Optik immer eine gewisse Rolle. Ich habe zuoft einen faulen Kompromiss gemacht, wenn ich mit einer Frau zusammenkam, die zwar ein toller Mensch war, ein liebenswerter Mensch, die mich aber optisch überhaupt nicht ansprach. Nein! Ich suche nicht mehr, ich lasse alles auf mich zukommen. Mal sehen, was mir das Leben noch so bringt.
  7. Also ich vor zwei Jahren aus meiner Theatergruppe einen Verein machte, war mir klar, dass das nicht gut gehen würde, dass das der Anfang vom Ende war. Sicher haben wir mit dem Projekttheater Westerwald e.V. einiges erreicht, ja, wir haben sogar eigentlich alles erreicht, was man mit einem solchen Verein von interessierten oder nicht interessierten Laien erreichen kann: Wir haben eine Auftragsarbeit für die BUGA Koblenz 2011 gemacht und wir haben die Bundesförderung des Bundesfamilienministeriums für das letzte Stück erhalten. Was wollen wir also noch mehr? Es ist so vieles gewesen, was die Arbeit immer schwieriger werden ließ. Hauptsächlich war es aber die Einstellung der Mitglieder zur Sache selbst, der fehlende Idealismus und die immer mehr um sich greifende Lustlosigkeit. Daher habe ich für mich beschlossen, sozusagen meine eigen Bühnen-, Film- und Hörproduktionsfirma zu gründen: "Catharsis Puzzles (CP) - Theater-, Film- & Hörproduktionen" heißt die sich im Aufbau befindliche Produktionsfirma, die es sich zur Aufgabe machen will, Bühnenstücke, Filme und Hörspiele auf höchstem Niveau zu produzieren, aufzuführen und zu vermarkten. Halbe Sachen wird es hier nicht geben. Entweder ganz oder gar nicht, so heißt die Devise. Erfolg wird erzeugt durch Mut, Durchsetzungsvermögen und eine gehörige Portion Idealismus. Alle, die an den CP-Projekten und -Produktionen mitwirken oder teilhaben, sollten sich diesem höchsten Anspruch verpflichtet sehen.
  8. Wenn ich auf mein bisheriges literarisches Oeuvre schaue, so sind die Theatertexte und das Hörspiel zwar gut und schön, auch die Zeitungsartikel waren nicht schlecht, dennoch aber ist die Königsdisziplin, das zeigen diverse Erfahrungen vor allem mit Literaturpreisen sehr deutlich, der Roman, bzw. die Erzählung. Ich habe schon oft versucht, einen Roman zu schreiben, blieb aber immer wieder bei dem Vorhaben an einer bestimmten Stelle hängen, kam nicht weiter und gab schließlich auf! Ideen habe ich genug, es wird Zeit, dass ich die Schwierigkeiten überwinde und in dieser Hinsicht auch mal ein Projekt abschließe. Die beiden Projekte für dieses Jahr heißen: mindestens einen Roman fertigstellen und einen Erzählband mit Erzählungen nach berühmten Balladen herausbringen.
  9. Gefühle sind eine heikle Angelegenheit! Viele Menschen, mich eingeschlossen, blicken oftmals im Rätselwald ihrer Gefühle absolut überhaupt nicht mehr durch, gehen Beziehungen ein, die sie eigentlich nicht eingehen wollen, denken, dass sie sich verliebt haben, dabei sind sie nur Opfer ihrer kochenden Libido geworden, können sich nicht trennen, da sie in ihrer Gewohnheit gefangen sind und Angst haben, sich aus dieser Gewohnheit zu lösen, ja, wir leben wohl in einer Zeit der Beziehungen, die oftmals eher kurzweilige Episoden darstellen, und nicht mehr in einer Zeit der Ehen und Familien. Patchwork heißt das Modewort, dass den aktuellen gesellschaftlichen Zustand treffend beschreibt, dennoch aber halte ich Patchwork schlichtweg für den Ausdruck eines gesellschaftlichen Burnouts, wenn ich ein anderes derzeit sehr aktuelles Modewort heranziehen darf. Dass Kinder, die aus solchen Verbindungen stammen, oftmals selbst nicht in der Lage sind, eine gesunde "normale" (man hat ja schon fast Angst, den Begriff "normal" in diesem Zusammenhang noch in den Mund zu nehmen) Familie zu gründen, ist ein Alarmzeichen, auf das scheinbar niemand achtet. Also heißt die Devise: Bringe Ordnung in deine Gefühlswelt! Werde dir bewusst, was du eigentlich wirklich willst und wen du willst! Überlege, weswegen du unbedingt eine Beziehung willst, hast, lebst. Die einzige Begründung, die zählt, heißt Liebe! Alles andere ist falscher Tand und Selbstbetrug!
  10. Abschließend nun noch eine alte Weisheit, die nicht von mir stammt, nichtsdestotrotz dennoch sehr aktuell ist! Wenn du wirklich liebst, kannst du und lässt du denjenigen, den du liebst, los. Wird deine Liebe erwidert, dann kommt dieser Mensch ganz allein zu dir (zurück), wenn nicht, lass ihn ziehen. Er ist dann glücklicher ohne dich! Das zu akzeptieren und zu verdauen mag hart sein, aber die Grenze zwischen wirklicher Liebe und einfachem Besitzanspruch ist oftmals fließend! Und besitzen kann man niemals einen Menschen oder ein Leben! Also, wenn du wirklich liebst, dann willst du, dass der Mensch, den du liebst, sich wohlfühlt, es ihm gut geht und er auf gar keinen Fall leidet! Dann sorge auch dafür, und wenn es vielleicht auch bedeutet, dass du ihn gehen lässt.
Soviel zum neuen Jahr! Der Eintrag ist nun doch um einiges länger geworden, als ich es zunächst wollte, aber da ich jetzt ja auch länger nichts mehr gepostet habe, ist das vielleicht auch ganz gut so.
Denken Sie einmal darüber nach.

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