Translate/Übersetzung

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Verlaubte Zeit

Verlaubte Zeit

( - Betrachtungen - )

Verlaubte Zeit, du Farbenfrohe!
Wenn Sonne durch der Blätter Dach
Mir Strahlen auf mein Antlitz sendet,
Was mich vorübergehend blendet,
Weil ich in der Natur Gemach
Entzünde meines Geistes Lohe!

Verlaubte Zeit, du Herbstzeitlose!
Wenn deine bunten Fahnen weh'n
In Blättern, Bäumen, Wiesen, Auen,
Derweil die Männer und die Frauen
Mit Kindern froh spazieren geh'n,
Verblüht im letzten Glanz die Rose!

Verlaubte Zeit, du Altersweise!
Denn nah schon sind die letzten Dinge,
Es werden langsam steif die Glieder,
Es werden wehmütig die Lieder,
Es mehren sich die Jahresringe
Und alle Töne werden leise!

Verlaubte Zeit, Geheimnisvolle!
Wer dringt in dein Mysterium?
Im nassen Laub verschwinden Leute
Mit des gemeinen Raubes Beute!
Wer baute dein Herbarium?
Was spielst du noch für eine Rolle?

Verlaubte Zeit, du Gnadenreiche!
Vollendest wohl des Jahres Lauf!
Bereitest vor dem jungen Leben
Den Weg und gibst ihm deinen Segen!
Ermöglichst Neubeginn zuhauf!
Vergoldest Gottes Königreiche!

Verlaubte Zeit, in tiefstem Herzen
Fühl' ich mich dir so nah verbunden,
Fühl' ich, dass stets zu allen Zeiten
Trotz aller Enge, allen Weiten
Ewig frei und ungezwungen
Befreit ich bin' von allen Schmerzen!

Auch dieses Gedicht habe ich wieder selbst eingesprochen und mit Bildern unterlegt und illustriert, die ich selbst in diesem Herbst gemacht habe.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen