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Montag, 14. Februar 2011

Verluste

Am Valentinstag 2011

Es heißt, wenn ein Mensch geht, geht er niemals so ganz. Er hinterlässt etwas, ein Stückchen, einen Bruchteil, einen Hauch von dem, was ihn ausgemacht hat. Nun kann ein Mensch aber auf verschiedene Art und Weise gehen. Er kann sterben, das ist, mal abgesehen von den unterschiedlichen Varianten des Todes, die absoluteste Form, ein Fluss ohne Wiederkehr, wenn man so will. Er kann aber auch einfach so beschließen, nicht mehr an deinem Leben teilzunehmen, einfach aus deinem Bekanntenkreis oder deinem intimen Umfeld zu verschwinden. Dieses Gehen ist die schlimmere Form, denn wenn jemand stirbt, hat das, neben der Trauer um ihn, auch den Effekt, dass man sicher sein kann, dass man ihm auch nie wieder begegnet. Klingt das jetzt sarkastisch?
Noch schlimmer macht es dieser Mensch, wenn er/sie ohne jegliche Begründung geht. Wenn er/sie dann noch einige wenige Vorwürfe fallen lässt, aus denen sich aber keine ausreichenden Rückschlüsse ziehen lassen, dann ist das mehr als unschön. Es bleibt dann dieses schale Gefühl zurück, dieses schlechte Gewissen, das man sich selber macht, obwohl man wohl wissentlich nichts verbrochen hat, oder besser, nichts verbrochen zu haben weiß oder glaubt.
Es kann sich dabei um Freunde handeln und um Partner; wenn Affairen gehen, stimmt einen das oft eher nicht traurig – sorry about that. Wenn Freunde gehen, kann man gewiss sein, es waren nicht wirklich Freunde, denn eine gute Freundschaft hält auch einmal ein reinigendes Gewitter, einen Wutanfall oder eine Ungerechtigkeit aus, sonst wäre es eben keine Freundschaft. Und somit hat man schon eine ganz passable Entschuldigung parat und der Wert dieses Kontakts wird nicht mehr so hoch angesetzt, was einen dann doch eher beruhigt zurücklässt.
Wenn ein Partner – eine Partnerin – geht, dann ist das schon heikler. Man fragt sich, was habe ich falsch gemacht – komischerweise fragt man sich das in einem solchen Fall zuerst. Man fragt sich nicht, was er/sie angestellt hat oder ob er/sie ein schlechtes Gewissen hat, unter dem er/sie leidet.
Warum nur tut es – egal, welchen Verlust man zu betrauern hat – immer so verdammt weh? Wieso sind es die wirklich bedeutenden Verluste, die einem schlaflose Nächte bereiten, die einen nicht wirklich zur Ruhe kommen lassen und die man sich selber vorwirft, auch wenn man sie gar nicht verschuldet hat?
Ich weiß es nicht und habe darauf auch keine Patentrezeptlösung! Aber es lohnt sich, einmal darüber nachzudenken. Oder ist dieses Nachdenken schon Zeitverschwendung? Sollte man sich nicht lieber auf die Zukunft und auf neue Menschen konzentrieren, die einem begegnen und begegnen werden?
Denken Sie einmal darüber nach.

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