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Sonntag, 20. Februar 2011

Selbstbewusste Außenseiter

Wenn man krank daheim im Bett liegt, tut man plötzlich Dinge, die man sonst nicht tut oder, wie in meinem Fall, schon lange nicht mehr getan hat. Ich habe seit Jahren mal wieder ferngesehen. Ich zappe also so durch die Kanäle und bleibe bei einer dieser unzähligen Talkrunden hängen. Ich fange einen Satz auf, der mich ins Nachdenken bringt. Es handelt sich um eine Definition. Sie lautet sinngemäß: Das Lebenskonzept, das ein Künstler ganz bewusst für sich wählt, ist das eines selbstbewussten Außenseitertums.
Whow, denke ich, wie ungemein tiefsinnig. Aber stimmt das auch? Sind Künstler wirklich besondere Menschen, die selbstbewusst außerhalb der menschlichen Gesellschaft stehen? Außerhalb der Gesellschaft – a-, ab-, diese lateinische Vorsilbe bedeutet soviel wie „weg von“ und die Gesellschaft betreffend wird aus dem Lateinischen kommend im Deutschen mit „sozial“ bezeichnet. Wenn also Künstler Menschen sind, die außerhalb der Gesellschaft stehen, wären sie dann asozial?
Was verstehen wir unter dem Begriff „asozial“? Ist der Begriff nicht in unserer Gesellschaft generell zunächst einmal negativ konnotiert? Sind damit automatisch Künstler gleichzusetzen mit Menschen, die sich generell außerhalb der Gesellschaft aufhalten? Sind, konsequent weitergedacht, Menschen, die außerhalb der Gesellschaft leben, diese Gesellschaft von ihrem Standpunkt aus beobachten und sich auseinandersetzen automatisch auch asozial? 
Denken Sie einmal darüber nach.

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